SSF-Schwimmerinnen steigen in die 2. Bundesliga auf

Das SSF-Bonn Team in Berlin
Siegermannschaft mit SSF-Banner (Foto: J. Schnürle)

Der Deutsche Mannschaftswettbewerb im Schwimmen wird jährlich veranstaltet und wird – ähnlich dem Fußball – in unterschiedlichen Liegen und getrennt für Frauen und Männer Mannschaften ausgetragen. An diesem Sonntag wurde in Mülheim der Wettbewerb der Oberliga West durch die SG Mülheim ausgerichtet. Die beiden Erstplatzierten der jeweils zehn Mannschaften steigen in die 2. Bundesliga auf, die letzten beiden steigen ab. Mangels einer ausreichenden Anzahl Athleten haben wir aktuell in der Oberliga keine Männer Mannschaft am Start, so dass die Mädels alleine die SSF-Bonn Fahne hochhalten mussten.

Nach einem fünften Platz im Jahr 2016 und einem dritten im vergangenen Jahr, war der Aufstieg in die 2. Bundesliga in diesem Jahr ein von Cheftrainer Thorsten Polensky ganz klar formuliertes Ziel. Hoch gesteckte Ziele sind das Eine, diese zu erreichen oftmals etwas ganz anderes. Das gilt für sportliche Zielen im Allgemeinen jedoch für Mannschaftsleistungen im Besonderen. Ein Mannschaftswettkampf im Februar während einer die Schulen und auch die Trainingsstätten leerräumenden Grippewelle stellt sicherlich eine besondere Herausforderung an clevere Mannschaftsplanung, gute Auswahl der Ersatzschwimmer und Einsatz- und teilweise auch Leidens-Bereitschaft von gerade wieder gesund gewordenen Athleten dar.

Um es mal etwas konkreter zu formulieren – fast keine unserer neun Schwimmerinnen konnte in den vergangenen Wochen ohne Unterbrechung trainieren, einige sind gerade eben wieder rechtzeitig für den Wettkampf gesund geworden. Hätten wir nicht auf Mona Laaroussi aus der Abteilung Moderner Fünfkampf und auf Vera Hundsdörfer aus der Masters Mannschaft zurückgreifen können, wäre das Ergebnis vermutlich anders ausgefallen. Ein ganz herzlicher Dank an dieser Stelle für den tollen Einsatz!

So fuhren also trotz aller Widrigkeiten am Ende Rebecca Dany, Vera Hundsdörfer, Sarah Kirrinnis, Mona Laaroussi, Katrin Müller, Laura und Lisa Schnürle sowie Hannah und Lara Wiedemann zusammen mit Thorsten Polensky nach Mülheim.

Der erste Wettkampf über die Strecke von 200m Freistil wurde souverän von Rebecca gewonnen, auf der Strecke über 100m Brust musste die gerade wieder gesund gewordene Hannah etwas abreißen lassen und auch über 200m Rücken geschwommen durch Sarah konnten wir uns nur im Mittelfeld positionieren.
Die 100m Schmetterling geschwommen durch Katrin reichten zwar nur für einen 6. Platz, halfen aber die schon arg zusammengeschmolzene Führung wieder auf 118 Punkte gegenüber der SG Essen auszubauen. Auf der 800m Freistilstrecke sorgte Vera mit einem zweiten Platz dafür, dass der Vorsprung nicht allzu sichtbar kleiner wurde.
Nach den 200m Lagen die Lara für uns nur ganz knapp über ihrer Bestzeit absolvierte, wurde langsam deutlich, dass sich der Wettkampf zwischen der SG-Essen, der SG Bayer und den SSF-Bonn entscheiden würde. Es wurde aber auch klar dass es für uns kein ungefährdeter Start-Ziel Sieg werden sollte.
50m Freistil später, Laura schwimmt im Bereich ihrer Bestzeit, landet auf dem dritten Platz und trotzdem verlieren wir alleine in diesem Wettkampf 100 Punkte im Vergleich zur erstplatzierten Lisa Höpink von der SG Essen. So wurde aus einem hauchdünnen Vorsprung auf einmal ein Rückstand von 85 Punkten.
Wie zum Trotz verschaffte uns Hannah über die 200m Schmetterling-Strecke mit ihrem zweiten Platz in der Punktewertung einen gehörigen Schub nach vorne und stellte wieder einen kleinen Vorsprung her.
Dieses Spielchen wiederholte sich während der nächsten Wettkämpfe noch einige Male. Sarah musste mit ihrem dritten Platz über 400m Freistil wieder einen Rückstand in Kauf nehmen, den Rebecca auf der 200m Bruststrecke  mit neuer persönlicher Bestzeit wieder in einen Vorsprung umwandelte.
Über 100m Rücken musste sich Lara lediglich – mal wieder – Lisa Höpink geschlagen geben und konnte mit ihrer guten Leistung jedoch nicht verhindern, dass sich die Mannschaft der SG Essen offensichtlich abzusetzen begann. Nach 400m Lagen trotz neuer persönlicher Bestzeit durch Lisa auf Platz vier geschwommen, vergrößerte sich der Abstand zur führenden Mannschaft erstmalig auf deutlich über 100 Punkte.
Obwohl Laura im letzten Wettkampf vor der Pause über 100m Freistil nur fünfte wurde, konnte sie mit ihrer Leistung die Führung zurückerobern, da die ersten Plätze keine unserer direkten Konkurrenten belegten.

Nach der Pause wurde das gleiche Programm wie im ersten Abschnitt nur in anderer Besetzung nochmals geschwommen. Die 200m Freistil, welche Mona – auch in neuer persönlicher Bestzeit – mit einem zweiten Platz beendete stabilisierten unsere Führung. 100m Brust durch Laura geschwommen brachte einen siebten Platz und ein erneutes Abrutschen auf den zweiten Rang – nur dass sich diesmal die SG Bayer an die Spitze setzte.
200m Rücken – Laras Paradestrecke – erster Platz. Was will man mehr? Dass dabei dann auch noch eine 150 Punkte Führung raussprang macht das Ergebnis nur noch schöner.
Direkt danach war wieder Hannah mit 100m Schmetterling an der Reihe. Obwohl sie auf dieser Strecke mit bemerkenswerter neuer persönlicher Bestzeit unterwegs war, reichte es nur zu einem zweiten Platz und schon waren wieder 100 Punkte futsch.
Sarah hat auf den folgenden 800m Freistil alles gegeben, musste aber doch dem krankheitsbedingten Trainingsausfall Tribut zollen und kam auf dem dritten Platz ins Ziel. Und schon war er wieder da – der Rückstand.
Das wollte Rebecca nicht auf sich sitzen lassen und legte über 200m Lagen mit einer eindrucksvollen neuen persönlichen Bestzeit den Grundstock für eine solide Führung, welche die Mädels im weiteren Verlauf nicht mehr abgeben sollten.
Mit einem sensationellen ersten Platz auf der 50m Freistilstrecke baute Mona das Punktekonto weiter aus, welches durch Katrin mit 200m Schmetterling und Lisa mit ihrer Leistung auf der 400 Freistilstrecke immer bei rund 200 Punkten gehalten werden konnte.
Hannah musste bei 200m Brust ihrer grade überstandenen Krankheit Tribut zollen und schwamm deutlich über ihrer Bestzeit auf einen fünften Platz, ohne jedoch die mittlerweile einigermaßen komfortable Führung zu gefährden.
Laura war fast zum Abschluss noch über 100m Rücken im Rahmen ihrer Bestzeit unterwegs, gefolgt von Lara mit neuer Bestzeit über 400m Lagen.
Rebecca hat den Wettkampftag begonnen und durfte – oder musste – ihn nun auch beenden. Mit neuer Bestzeit über 100m Freistil musste sie sich – ja, man ahnt es schon – nur Lisa Höpink geschlagen geben und sich schon wieder 80 Punkte abnehmen lassen.

Diesen Verlust konnte das von allen hart erkämpfte Punktekonto aber gut verschmerzen, so dass die SSF-Mädels den Wettkampftag freudestrahlend mit einem Vorsprung von 113 Punkten als Sieger beenden konnten.
Die große Aufgabe im kommenden Jahr wird es nun sein, den Platz in der zweiten Bundesliga erfolgreich zu verteidigen.

Unser herzlicher Dank an dieser Stelle geht wie immer an unsere Kampfrichter die während des Tages am Beckenrand standen – es waren diesmal Edith Müller während des ersten Abschnitts und Marika Schnürle im zweiten Teil der Veranstaltung.

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